Samstag, 5. Juni 2010

Gestern war ich zum allerersten Mal an einem "Footy" Match. Australisches Football hat seinen Ursprung in Melbourne und so kommen 10 der 16 nationalen Mannschaften aus dem Staat Victoria. In der Saison, April-September finden jedes Wochenende Spiele statt. Laut Amy und Mats, die mich in den Sport eingefuehrt haben gibt es weder Hooligans noch fanspezifische Plaetze im Stadion. Dafuer geht es auf dem Feld umso haerter zu und her. Ich hab mich sehr australisch gefuehlt, habe Bier getrunken und Meatpie gegessen. Meatpie ist Gehacktes in Bratensauce im Blaetterteigkuchen.
Ein paar Wochen zuvor bin ich mit Ed der Kueste entlang Richtung Sueden gefahren. Auf der Halbinsel suedlich des Port Philip Bay's gibt es Thermalquellen. Einige der verschiedenen Baeder sind bis zu 42 Grad heiss. Da haelt man gerne wenigstens ein paar Extremitaeten aus dem Wasser. Entlang der Kueste waren wir auch in dem "Maze Garden" ein riesiger Garten mit verschiedenen Labyrinthen (fuer alle Murianer: es war auch ein Maislabyrinth darunter) und "verzauberten Figuren". Wenn man das letzte Bild vergroessert kann man Melbourne aus fast 80km Entfernung sehen.

Dienstag, 27. April 2010

St. Kilda

Es herbstet sehr. Die Tage werden kuerzer und kaelter. Dem zum Trotz verbrachte ich meine zwei freien Tage teilweise am Strand von St. Kilda. Meinen grossen Zeh habe ich da mutig in den kalten Pazifik gestreckt! St. Kilda ist ein Suburb von Melbourne und urspruenglich vorwiegend Heimat von der aermeren Bevoelkerung von Melbourne. Vor ein paar Jahrzehnten hat es eine nennenswerte Kunstszene entwickelt und wurde mehr und mehr zum
"trendy Szenen- quartier".Leider habe ich schweren Herzens feststellen muessen dass es keinen Gluehwein gibt. Und... fast noch schlimmer als das, die heissen Maroni sind hier kalt. Kein Witz, in der Innenstadt verkaufen sie kleine Saeckchen voller kalter Maroni. Was fuer eine Enttaeuschung. Beruflich bin ich mehr oder weniger freiwillig zur Ausbildnerin, oder besser "Preceptor" der Studierenden auf der Station geworden.

Dienstag, 9. März 2010

Hagelsturm

Einige scheinen ja bereits vom Hagelsturm in Melbourne gehört zu haben. Mit einem Durchmesser von bis zu 5cm haben die Hagelkörner (oder besser Bälle) auf Melbourne eingeschlagen. Das Dach des Hauptbahnhofes ist teilweise eingestürzt, die Trams, Busse und Züge mussten umgeleitet werden und verspäteten sich damit gewaltig.
Einen kleineren Schaden habe ich zu vermelden, das Bild zeigt mein Schlafzimmerfenster. Es war ein kleines bisschen offen, als ich um 13.00 bei schönem Wetter die Wohnung verliess. Drei Stunden später hat Kylie, meine Mitbewohnerin mir dann mitgeteilt, dass der Hagel durch die Fensterscheibe geschlagen hat...

Sonntag, 28. Februar 2010

Alltag


Unglaublich wie schnell sich das Alltagsgefuehl einstellt unabhaengig wie weit man von zu Hause entfernt ist. Seit ca einem Monat wohne ich in Ascot Vale (einem Suburb von Melbourne) mit Kylie, einer aeusserst netten und geduldigen Australierin. Die Wohnung ist gross und schoen. Einige Risse in der Wand sehen nicht sehr vertrauenswuerdig aus, obwohl die Vermieter sie vorsichtig mit wandfarbenen Klebepapier abgedeckt haben... (Foto folgt).
Wenige Minuten von meinem neuen Zuhause fliesst der Maribymong Fluss. Ein schoenes Erhohlungs- und Sportgebiet. Ich bin ueberzogen, dass ich dort kuerzlich sogar Pinguine gesehen habe, kleine natuerlich. Leider bin ich an ihnen ohne meine Kamara vorbeigejoggt...
An die Arbeit habe ich mich inzwischen gewoehnt. Gluecklicherweise habe ich auch noch schwarze Hosen gekriegt und arbeite die meiste Zeit in Hosen, nicht im Jupe. Ausserdem haben die Patienten und Mitarbeiter mir einen neuen Namen gegeben... Ich heisse nun nicht mehr Sibylle aber Sibl oder Siwl...

Freitag, 22. Januar 2010

"Nurse Sibylle"

Meine ersten vier Tage arbeiten sind bereits vergangen und bis jetzt gefällt es mir sehr gut. Alles ist anders. Uniform, Kompetenzen, Patientenzahl. Meine Mitarbeiter haben mich freundlich aufgenommen und die australische Kultur wirkt sich sehr positiv auf das Arbeitsklima aus. Allerdings herrscht weder die schweizer Genauigkeit noch Effizienz. Da komme ich mir manchmal etwas streberisch vor.
Wohnen oder besser hausen tue ich zur Zeit noch in einem Hostel, dem grössten in Melbourne. Den Schlag teile ich mit 15 anderen Personen. Nächste Woche kann ich aber bereits einige Wohnungen besichtigen und hoffentlich finde ich dann eine bessere, schnarchfreie Unterkunft.

Dienstag, 12. Januar 2010

Der Ernst des Lebens

Während bei euch Daisy wütet, eure Strassen eingeschneit und vereist sind, verkrieche ich mich wie ihr wahrscheinlich auch ins Haus, jedoch nahe der Klimaanlage. Letzte Nacht war es durchgehend über 30°C warm. Das Wasser im Swimming Pool ist ungefähr so warm wie das Thermalbad Schinznach. Wenn man von draussen in das auf 26°C gekühlte Haus eintritt spürt man wie das Blut an die Oberfläche tritt und wie der Körper abkühlt. Kein wunder, der Unterschied beträgt ca 15 Grad.
Bald ist es jedoch vorbei mit der Rumsitzerei. Am Montag beginnt der Ernst des Lebens... einmal mehr. Punkt 7.00 Uhr beginnt meine Schicht im Epworth Hospital in Richmond, ein Suburb von Melbourne. Ich habe mir bereits schwarze geschlossene Schuhe und eine Krankenschwesternuhr zugetan, da dies zur regulären Uniform hier gehört. Meine Uniform kriege ich aber erst am Montag. Nervös? Ja! Angst? Ein wenig. Freude? Riesig! Vor über einem Jahr habe ich begonnen mich darauf vorbereiten und habe wahrscheinlich mehr Formulare ausgefüllt als ein durchschnittlicher Steuerberater. Da gehören alle diese Gefühle dazu, oder?

Mittwoch, 6. Januar 2010

Endlich!

Nach dem ganzen Immigrationsfrust haben Ed und ich uns entschieden an die Küste zu fahren und eine Woche in Nowra zu verbringen. Die erste Nacht war etwas improvisiert da Ed's Bruder uns ein Zelt ohne Stangen geborgt hat... Die folgenden Tage war dann Sonne, Meer, Strand angesagt. Der australische Sommer hat uns dabei natürlich verwöhnt und so sind wir mit einer Ausnahme jeden Tag zum Strand gefahren, haben "geboogiboardet", sind im Meer geschwommen und haben verschiedenste Tiere beobachtet. Die Strände hier sind immer makellos sauber und das wird mit einer besonders reichen Fauna belohnt. Am Ende der Ferien haben wir dann noch einen Lizardrevierkampf beobachtet. Die beiden haben für fast eine Stunde lang gekämpft und ich bin stolz darauf euch das Ende und somit den Sieger präsentieren zu können. Die Tiere sehen im Video aus wie Schlangen sind aber ca 30-40cm grosse Eidächsli.
Auf der Heimfahrt hatten wir eine kleine Panne da an Ed's Auto eine Bremsleitung geplatzt ist und somit die ganze Bremsflüssigkeit ausgelaufen ist. Das hat uns dann einen Tag länger in Mittagong beschert.
Dann noch die gute Immigrationsnachricht: Mein Visum wurde genehmigt und habe somit die sofortige Arbeitserlaubnis.