Sonntag, 20. Dezember 2009

Warten und Melbourne Goal

Meine lieben Weih- nachts-männer und Christ- kinder, während ihr über das Mina- rettverbot abgestimmt habt und es somit in die australischen News geschafft habt (Gratulation!). Wurde bei mir beim zweiten Gesundheitscheck Herzgeräusche festgestellt. Für meinen Alltag eine absolut irrelevante Imperfektion meines Körpers. Für die Richtlinien der Immigrationsbehörden jedoch äusserst relevant und so habe ich seither diverse Arztbesuche und einen Herzultraschall hinter mir. Immerhin kann ich jetzt bildlich belegen dass ich nicht herzlos bin. Das Ganze ist äusserst zeitaufwendig vorallem weil die Bilder und Berichte zwischen drei verschiedenen Städten hin und her geschickt werden müssen. Dieses Jahr werde ich wohl nicht mehr arbeiten. Dafür habe ich noch ein australisches Gefängnis (Melbourne Goal) besucht und wurde sogar eingeschlossen... Glücklicherweise mit 5 anderen Touris und wir alle konnten das Gefängnis wieder verlassen... In den selben Zellen sassen bis 1924 Mörder in Einzelhaft, diese durften die Zelle nur für eine Stunde täglich mit einer sogennanten Schweigmaske verlassen. Das Gefängnis wurde während dem zweiten Weltkrieg erneut benutzt und ist seit dem Ende dessen geschlossen.

Sonntag, 22. November 2009

Wenn die Luft Fieber hat

Während bei euch der Winter einzug hält, erleben wir Temperaturen zwischen 33°C und 42°C. Da ändert sich die sichtweise von "schönem Wetter". Bei Temperaturen bis 36°C befinde ich mich nach wie vor gerne draussen, meist im Schatten und erledige leichte Tätigkeiten, Gehen, Velofahren Lesen, Kaffetrinken etc. Sobald das Thermometer über 38°C klettert wird der Wunsch nach draussen zu gehen klein, sehr klein. Am liebsten befinde ich mich dann in den klimatisierten Einkaufszentren. Zu den Temperaturen (die nur dank Luftfeuchtigkeiten zwischen 6 und 15% so erträglich sind) kommt ein heisser Wind, der einem innert Minuten völlig austrocknet.
Nun aber zu was euch wirklich interessiert: Ja, ich habe eine Arbeit gefunden. Das Epworth Hospital in Melbourne hat mir einen Vertrag zukommen lassen, welcher sowohl von mir wie auch von meinem Chef unterschrieben ist. Leider zieht sich das Arbeitsvisum ein wenig in die Länge, so dass ich entweder gerade in Canberra Blut geben und Innenansichtsfotos machen lassen muss. Oder wieder einmal beim Notar irgendeinen Stempel abholen gehen muss.
Dank dem Ganzen bin ich inzwischen jedoch sowohl mit den australischen Banken, Krankenkassen wie auch mit der Post bestens bekannt und habe auch meine ersten Rechnungen im australischen System beglichen (und oh wunder, die Einzahlungsscheine sind blau, nicht orange).
Am Mittwoch muss ich ein zweites Mal nach Canberra und dann werden alle meine Resultate besprochen bevor ich dann weiter hoffen kann, dass mein Arbeitsvisum bewilligt wird.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Gebacktes und Verbranntes

Auf dem Rückweg von Melbourne nach Wagga Wagga bin ich durch einige der Gebiete gekommen, welche im Februar 2009 brannten. Eine traurig-faszinierende Umgebung. Teilweise waren die Bäume schwarz aber sie trugen Blätter in anderen Gebieten, war alles schwarz. Einige Häuser konnte ich in der Ferne mitten im verbrannten Gebiet entdecken, die näheren, an der Strasse waren intakt geblieben, auch wenn einige Bäume abgehackt werden mussten. In Wagga angekommen habe ich an mein versprochenes "Sunday Mornig Bread" gemacht. Das war ein Teil für Ed's Geburtstagsgeschenk. Trotz Improvisation bei den Zutaten habe ich einen essbaren, wenn auch nicht perfekten Zopf gebacken. Wie auch immer, Übung macht den Meister sagt man, obwohl mir die Lust am Backen mindestens kurzfristig etwas
vergangen ist... :-(
Bezüglich Arbeit; La peur de l'ennui est la seule excuse du travail. Aber, fragt am Dienstag, bis dahin sollte ich von der Rehabilitationsstelle Antwort erhalten.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Sydney 14.-17. Oktober und Melbourne, jetzt

Am Mittwoch bin ich dann nach Sydney geflogen um mich mit Annette zu treffen. Annette ist eine gute Freundin, die ich vor ueber zwei Jahren auf einem Tripp nach Vancouver Island kennengelernt habe. Ich durfte fuer die Tage in Sydney im Haus ihrer Eltern uebernachten. Das Haus ist etwa 10 Minuten vom Bondi Beach, einer der beruehmtesten Straende in Sydney. Meines Erachtens zurecht. Einerseits ist der Sand
und das Wasser so perfekt wie die meisten australischen Straende, andererseits hat sich durch seine ausgezeichnete Lage eine Art Dorf um Bondi errichtet. Viele Cafe's und Shops befinden sich in unmittelbarer Naehe des Strandes. Mit Annette hatte ich natuerlich der perfekte Tourguide mit
Insidertipps. Mein Aufenthalt enthielt unter anderem Dinner beim Nudel Markt (ein Essfestival, mit mehrheitlich asiatischer Kueche), Drinks an der Opera House Bar (mit Lifemusik), ein Ausflug mit der Faehre Manly (ein weiteres Gebiet in Sydney mit einem Strand
der meines Erachtens ebensoschoen ist), Shopping und ganz viel Maedchengequatsche. Zurueck in Wagga Wagga musste Ed's Geburtstag ausfuehrlich gefeiert werden. Ausserdem waren wir zu einer Party eingeladen wovon wir erst frueh am Sonntagmorgen zurueckkehrten.
Gestern, Montag, Nachmittag habe ich mich auf den Weg nach Melbourne gemacht, wo heute mein erstes Vorstellungsgespraech gehabt habe. Einerseits mit Erfolg, da mir klar gesagt wurde, dass sie es sich vorstellen koennten, dass ich dort arbeiten wuerde, andererseits mit eingeschraenktem Erfolg, da unsicher ist, ob sie genuegend Pflegefachpersonen haben um mich einzuarbeiten. Wie auch immer, ich geniesse meine Zeit in Melbourne und versuche noch das eine oder andere Vorstellungsgespraech zu ergattern oder wenigstens von den Spitaelern, die sich noch nicht gemeldet haben eine Antwort zu erhalten.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Samstag, 17. Oktober 2009

Brisbane und Goldcoast 10.-14. Oktober

Ich bin gerade von meinen "Ferien" zurückgekommen. Canberra, Brisbane, Goldcoast und Sydney. Da ich endlich viel zu berichten habe wird dies ein zweiteiliger Eintrag.
Am Samstagmorgen hat Ed mich auf nach Canberra zum Flughafen gefahren. Von dort habe ich den Flieger Richtung Norden nach Brisbane genommen. Seit ca einem Jahr weiss ich, dass die Cousine meiner Mutter mit ihrer Familie in Brisbane lebt und habe seither mit ihr Kontakt. Die Familie war so nett und hat mich für die Tage in Brisbane untergebracht. Brisbane ist eine Stadt im Aufschwung. Es liegt nördlich genug dass das Wetter eigentlich immer gut ist (ausser wenn es zu heiss ist) und südlich genug um weder Krokodile noch Regenzeit zu haben. Deshalb wird an jeder Strassenecke gebaut und die Strassen sind oft verstopft. Die Innenstadt ist übersichtlich genug um sie grösstenteils zu Fuss zu erkunden aber da sie auf zwei Teilen des Brisbane Rivers liegt ist man verführt die Fähre zu wählen. Mir hat die Stadt äusserst gut gefallen, sie ist grün, hat einige interessante Gebäude viele Museen und einen Strand am Fluss mitten in der Stadt. Gefallen hat mir auch "mein" kleiner Caravan im Garten der Ehrsam-Familie und die vielen guten Konversationen die ich führen durfte. Sie leben seit zwanzig Jahren in Australien und haben einen sehr klaren Blick sowohl auf die Schweiz wie auch auf Down Under. Ausserdem konnten sie mir bezüglich Jobsuche einige Hinweise geben. Herzlichen Dank noch einmal für alles! Am Dienstag bin ich dann an die Goldcoast gefahren. Fast 60km weissen Sandstrand und 365 Tage im Jahr mögliches Baden im Meer. Es war traumhaft. Leider war der Wind so stark dass ich immer ein Ohr zugedeckt halten musste da ich diese sonst voller Sand gekriegt hätte. Ausserdem habe ich eine rote Nase davongetragen, trotz 30+ Sonnencrème.

Dienstag, 29. September 2009

Dubbo

Da Ed's Grossmutter letzten Mittwoch verstorben ist (mit stolzen 93 Jahren), sind wir am Sonntag nach Dubbo (ca 4.5h nordöstlich von Wagga) gefahren. Dort hat sich die ganze Familie für zwei Tage versammelt. Für eine Beerdigung war die Reise und der Aufenthalt eigentlich eine ganz angenehme Angelegenheit. Das Highlight war übrigens "Tschau Sepp" wir haben für fast 3 Stunden gespielt...

Unterwegs habe ich zum ersten Mal freilebende Emu's gesehen. Die Vögel rannten der Strasse entlang und schienen recht verwirrt. Minuten später sind sie dann wieder ins Landesinnere gezogen. Känguruhs habe ich einige aber leider nur tot am Strassenrand gesehen...
Zurück in Wagga habe ich mich brav wieder ans Bewerben gemacht. (Meine dritte Bewerbung bis jetzt). Drückt mir also bitte die Daumen für die nächsten Wochen, wenn ich Absagen oder Vorstellungsgesprächmöglichkeiten erhalten werde!

Dienstag, 15. September 2009

Lake to Lagoon

Am Sonntag war also der Lake to Lagoon Fun Run. Es war der erste heisse Frühlingstag mit Temperaturen bis zu 28°C.

Die meiste Zeit mussten wir in der prallen Sonne gegen den staubigen Wind ankämpfen, so dass die Kehle schon nach wenigen hundert Metern völlig vertrocknet war... Trotz allem, das Ganze spass gemacht und ich bin mit dem Resultat zufrieden!

Mittwoch, 9. September 2009

Botanischer Garten/Zoo

Wir, Ed, Ed's Bruder Stewart, dessen Sohn Sean und ich sind am Sonntag in den botanischen Garten um Tiere zu streicheln... Das ganze ist eigentlich mehr das australische Pendant zum Tierpark Arth Goldau. Durch all die Streicheltiere und farbenprächtigen Vögel kümmert sich eigentlich niemand
darum ob und was für Pflanzen vorhanden sind... Trotzdem hat es seinen Reiz, wenn ein Känguruh einem aus der Hand frisst und die Pfauen, die um die weibchen werben nur knapp einen meter entfernt ihre Farbenpracht entfalten. Danach sind wir zum Lake Albert, da Ed und ich am nächsten
Sonntag am "Lake to Lagoon Fun Run" teilnehmen. Er auf zwei Rädern und ich auf neuen Joggingschuhen. Der See ist 1890 "gebaut" worden. Leider konnte ich bisher noch nicht ausfindig machen, ob er nur aus ästhetischen oder aus anderen Gründen gebaut wurde. Wie auch immer, der See ist
herzig und bildet eine Oase in der sonst recht trockener Umgebung.
Also, wünscht mir Glück am Sonntag, und stimmt ab, wie schnell, oder langsam ich sein werde...

Freitag, 28. August 2009

Wagga Wagga

Nachdem ich mir von mehreren Seiten anhören musste, wie enttäuschend meine Faulheit sei habe ich mich heute mit Fotoapperat in die Stadt begeben damit ich euch Wagga Wagga ein bisschen näher bringen kann. Die Stadt hat laut Wikipedia 46'735 Einwohner (wobei ich da wohl noch nicht mitgerechnet bin). Der Name bedeutet auf Aborigene "viele Krähen" und das hat seinen Grund, es ist unglaublich wieviele Krähen es hier hat. Im australischen Herbst und Sommer hat es auch immer viele Kakadus, im Moment scheinen diese jedoch im warmen Norden zu sein.
Vom Klima her fühle ich mich so als sei ich ca 2 Monate in die Zukunft gereist. Die Luft ist am morgen frisch und kühl, an manchen Tagen hat es ein wenig Nebel und es regnet ein bis zwei Tage pro Woche. An einem schönen Tag wie heute klettert das Thermometer jedoch schon auf 18-20°C(so ein schöner Oktobertag halt). Nur blühen die Osterglocken frisch fröhlich vor sich hin aber anstatt Bote der kommender Ostertage zu sein ist der "Daffodil Day" ein Tag der Krebskranken Menschen... Laut einer Einwohnerin befinde ich mich übrigens gerade in der Jahreszeit Sprinter (ein Mix aus Winter und Spring). Die vier Bilder zeigen:
1. Das War Memorial; eine Gedenkstätte für die verstorbenen Soldaten des ersten Weltkrieges aus Wagga Wagga. 2. Das City Council, also quasi das Stadthaus von Wagga Wagga. 3. Den Murrumbidgee Fluss (ja ja, ich weiss, Wagga Wagga am Murrumbidgee River...) 4. Den Eingang zum Botanischen Garten, dort werde ich dann am Wochenende einen Besuch abstatten und euch weitere Wagga Wagga Info zukommen lassen.

Montag, 17. August 2009

Reise und Ankunft

Um 19.30 erreichten wir den Flughafen, nach längerem Anstehen stellten wir fest, dass mein Koffer zwei Kilogramm zuviel wog... Spontan wurde mit vereinten Kräften um- und ausgepackt, nach dem auch das Handgepäck etwas abgespeckt hatte wurde es und somit ich akzeptiert... (dafür kriegte mein Koffer für die Reise die netten *careful heavy, lift using your knees* Anzeigen). Nachdem ich mich mit geröteten Augen von allen verabschiedet hatte, begann das grosse Warten. 30minuten Verspätung hatte der Flieger nach Dubai in dem ich 6.5h verbrachte. Und aus dem um 8.00 Lokalzeit in die erdrückende Hitze Arabiens ausstieg. Nach dem Klimaschock gings weiter nach Bangkok und Sydney. In Sydney erwarteten mich angenehme 23 Grad in der Sonne und 3h Aufenthalt bevor ich nach Wagga fliegen konnte.
Als ich am Sonntag dann ausgeschlafen hatte wurde mein Geburtstag gründlich nachgefeiert (schliesslich sei man in Australien mit allem ein bisschen hinterher). Somit hat Ed das Vergessen meines Geburtstags wieder ungeschehen gemacht ;-). Insgesamt habe ich mich von der Reise gut erholt
und mein Jet-lag hält sich eigentlich in Grenzen... Ausser den ausgeprägten Müdigkeitsphasen am späten Nachmittag und der ungewoehnlichen guten Morgen Laune...

Sonntag, 9. August 2009

Letzte Tage in der Schweiz


Hin und her gerissen zwischen heftigsten Vorfreuden, kleiner Sozial- vorsorgepaniken und sentimentalen Abschieden (unterdessen auch ein bisschen wässrig) verbringe ich meine letzten Tagen in der Schweiz auf verschiedensten Festen mit eindrücklichen Menschen... (vom Idaplatz, über Vorderweystrasse, zur Streetparade).
In meinem ehemaligen Kinderzimmer steht mein ganzes Hab und Gut- fast schon bemitleidenswert wenig, und ein riesiger, leerer, ein bisschen vorwurfsvoller Koffer.

Dienstag, 21. Juli 2009